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Geschichte des Forums Russlanddeutsche
 

Das Forum Russlanddeutsche in Essen entstand im Herbst 2000 als eine Bürgerinitiative.

Mit dem Wort „Forum“ im Namen unserer Vereinigung wollten wir unsere Offenheit für alle Personen und Institutionen signalisieren, die sich für das Thema „Russlanddeutsche/Spätaussiedler“ interessieren. Dabei galt unser Engagement von Anfang an der Integration aller russischsprachigen Migranten auf Grund der Gemeinsamkeiten, die uns – trotz aller Unterschiede der zahlreichen Migrantengruppen aus der ehemaligen Sowjetunion – verbinden.

Als Erstes wandte sich die Bürgerinitiative der Öffentlichkeitsarbeit zu. Wir nahmen Kontakt zu allen Fachinstitutionen in Essen, die sich professionell mit der Arbeit mit Russlanddeutschen befassten und mit allen politischen Parteien, die im Stadtrat der Stadt Essen vertreten waren, auf.

Überall stießen wir auf offene Ohren. Vor allem, weil wir nicht nur Forderungen an die Fachinstitutionen und Politik stellten, sondern auch unsere Hilfe als Multiplikatoren und Vermittler anboten und konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Arbeit mit Spätaussiedlern unterbreiteten.

Bereits im ersten Jahr unseres Engagements wuchs unsere 15-Personengruppe auf eine über 30 Menschen starke Mannschaft an.

Das Forum setzte seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Institutionen fort. Dabei kristallisierten sich mit der Zeit zwei Richtungen für unsere Arbeit heraus, die aus unserer Sicht - zusammen mit der Öffentlichkeitsarbeit - zu Schwerpunktthemen wurden:

1. Integration unserer Kinder und Jugendlichen ins deutsche Schulsystem.

Im Herbst 2001 wurde die „Pädagogische Initiative“ des Forums gegründet – eine Arbeitsgruppe, deren Mitglieder alle in Ländern der ehemaligen Sowjetunion ausgebildeten Lehrer bzw. Kinder- und Schulpsychologen waren. Im Rahmen der „Pädagogischen Initiative“ erarbeiteten wir konkrete Vorschläge zur besseren Integration unserer Schüler und stellten diese der RAA/Büro für interkulturelle Arbeit und dem Schulamt für die Stadt Essen vor.

Dort wurden die meisten unserer Vorschläge angenommen. Im Herbst 2002 nahm das Projekt an der Luisenschule seinen Lauf und zog später in die Räume der Viktoriaschule um. Dieses Projekt hat sich gut bewährt und wurde zum festen Bestandteil des „Konzeptes zur Interkulturellen Arbeit der Stadt Essen“. (Einzelheiten unter Projekten)

2. Integration unserer gut ausgebildeten Landsleute auf dem Arbeitsmarkt

Im Februar 2002 wurde mit Unterstützung des damaligen Arbeitsamtes Essen und in Zusammenarbeit mit der NEUEN ARBEIT der Diakonie in Essen GmbH die Vermittlungsagentur „Zweite Chance“ eröffnet, die sich mit Vermittlungen der in Ländern der ehemaligen Sowjetunion ausgebildeten Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt beschäftigte.

Am 01.05.2002 haben wir auf der Basis der Bürgerinitiative „Forum Russlanddeutsche in Essen“ mit damals 34 Personen den gleichnamigen Verein gegründet. Im Herbst 2002 wurden wir als gemeinnütziger eingetragener Verein vom zuständigen Gericht anerkannt.

Im Oktober 2004 entstand unser nächstes großes Projekt: „Kunst- Kreativzentrum des FRE e. V.“ Dieses Projekt verfolgt mehrere Ziele:

  • Erstens wollen wir damit unsere Kinder und Jugendlichen im Bereich Kunst und Kreativität zu mehr Engagement an Schulen und Vereinen anregen.
  • Zweitens wollen wir unseren gut ausgebildeten Musikern und anderen Künstlern, die Gelegenheit bieten, sich künstlerisch zu entfalten und ihr Können an Kinder und Jugendliche weiterzugeben.
  • Drittens sind alle unsere Angebote für alle Kinder und Jugendlichen - unabhängig von ihrer Herkunft - offen. Damit schaffen wir außerdem Begegnungsgelegenheit auch im außerschulischen Bereich.

Im Januar 2006 wurden wir als Träger der Kinder- und Jugendarbeit anerkannt. Diese Anerkennung ermöglichte uns, unser Engagement in diesem Bereich mit Einbeziehung unserer eigenen Angebote auszubauen.

Seit Dezember 2004 haben wir unsere eigenen Räume in der Heßlerstr. 208-210. Tag für Tag füllt sich unser Vereinszentrum mit Leben. Außer Angeboten für Kinder und Jugendliche, die dort bereits stattfinden, organisierten wir dort auch einzelne Veranstaltungen. Geplant sind in Zukunft außerdem Angebote für Erwachsene und zwar sowohl im Bildungs- als auch im Freizeitbereich. Unsere Vision ist, dass daraus ein für alle offenes Bildungs-, Kultur- und Begegnungszentrum entsteht, in welchem die Integration von Spätaussiedlern und anderen russischsprachigen Migranten, zusammen mit allen anderen Bevölkerungsgruppen, gelebt wird.

Was sich unser Verein leider nicht leisten kann, ist auf Zuruf immer neue Angebote zu schaffen, sich immer wieder für neue Sachen zu engagieren. Wir leisten viel und wollen noch mehr, aber wir brauchen auch Ihre Unterstützung. Unsere Fachkräfte, die regelmäßige Angebote durchführen, bekommen in der Regel ein kleines Honorar. Die ganze übrige Arbeit läuft ausschließlich ehrenamtlich. Deswegen brauchen wir immer wieder Unterstützung von Menschen, die bereit wären, sich ehrenamtlich im Verein zu engagieren.

Unser bisheriger Einsatz fand trotz aller Schwierigkeiten nicht nur bei Politikern und Fachleuten Anerkennung, sondern auch unter unseren eigenen Landsleuten. Mittlerweile haben wir deutlich über 100 Vereinsmitglieder, an unseren Angeboten nahmen bis jetzt schon mehrere hundert Personen teil. Diese Tatsache gibt uns die Hoffnung, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.

Kommen Sie zu uns, zeigen Sie die Initiative, wir unterstützen Sie gerne bei allen Ihren Vorhaben sobald Sie in der einen oder anderen Form der Integration von Russlanddeutschen und anderen russischsprachigen Zuwanderern beitragen möchten.

Wir sind eine selbstständige Organisation und gehören keinem Verband an. Wir unterstützen ausdrücklich keine politische, religiöse oder kommerzielle Arbeit. Unsere Ziele sind: Erhalt der Kultur der Russlanddeutschen, Vertretung ihrer Interessen (in erster Linie auf kommunaler Ebene) und Unterstützung der Integration unserer Landsleute in die hiesige Gesellschaft in allen Bereichen.